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James Murdoch will von Abhörpraktiken nichts gewusst haben

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James Murdoch will von Abhörpraktiken nichts gewusst haben

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Der Abhörskandal um Medienmogul Rupert Murdoch und seinen Sohn James sorgt bei den Londonern nach wie vor für Empörung. Während James Murdochs zweiter Anhörung vor einem Ausschuss des britischen Parlaments demonstrierten vor dem Gebäude zahlreiche Menschen.

Murdoch selbst, früher Europa-Chef des Medienkonzerns News Corp, wies vor dem Ausschuss jede persönliche Schuld von sich. Er sei über die Abhörpraktiken seines Unternehmens nicht informiert worden, sagte er, was allerdings nicht jeder Abgeordnete glauben wollte. “Mr. Murdoch”, meinte etwa Tom Watson, “Sie sind der erste Mafiaboss, der nicht wusste, dass er eine kriminelle Firma leitete.” Eine Bemerkung, die James Murdoch als “unangebracht” zurückwies. Zeugen hatten zuvor ausgesagt, James Murdoch habe bereits 2008 von den illegalen Praktiken Kenntnis gehabt.

Der Abhörskandal hatte sich zuletzt ausgeweitet: Offenbar hatten die “News of the World”-Reporter nicht nur Telefone angezapft, sondern auch Privatdetektive eingesetzt, um Prominente auszuspionieren. Da half auch eine Entschuldigung nicht mehr: Wegen der Affäre musste “News of the World” im Juli eingestellt werden.