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Geiselnehmer wollte mit Medien sprechen

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Geiselnehmer wollte mit Medien sprechen

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Rund zwölf Stunden nach der Entführung einer türkischen Fähre im Marmarameer haben Sicherheitskräfte das Schiff am Morgen gestürmt und den wohl unbewaffneten Geiselnehmer getötet.

Der Mann soll Kontakt zur Presse verlangt haben, andernfalls sprenge er das Boot in die Luft. Er trug einen Gürtel, der aber ersten Ermittlungen zufolge keinen Sprengstoff enthielt.

Ein möglicher politischer Hintergrund der Tat wird untersucht. Der Täter soll Verbindungen zur kurdischen PKK haben.

Spezialkräfte enterten die Fähre in einer Bucht, nachdem das Schiff dort wegen Treibstoffmangels vor Anker gegangen war. Nach Medienberichten waren die Einsatzkräfte zu der Fähre geschwommen.

Kadir Altunoglu war auf dem Schiff und erklärt:

“Die Sicherheitskräfte riefen uns auf unseren Handys an und wir öffneten unten die Tür. Wir warteten unten. Sie gingen nach oben. Sie waren zu fünfzehnt.”

Auch Ceyhun Tezer war unter den Entführten. Er sagt: “Wir hatten uns nach unten geschlichen, ohne dass er es bemerkte. Die Männer setzten ihn außer Gefecht. Es ging alles sehr schnell.”

Auf der Fahrt von Izmit nach Gölcük hatte der Geiselnehmer die Katamaran-Fähre “Kartepe” gestern abend in seine Gewalt gebracht. An Bord befanden sich 19 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder.