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Griechenland: Papademos soll es richten

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Griechenland: Papademos soll es richten

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Griechenland hat eine neue Übergangsregierung, doch die Sorgen sind die Alten. Ministerpräsident Lucas Papademos muss als erstes die Auszahlung der nächsten Hilfstranche erreichen, denn ohne die acht Milliarden Euro ist das Land Mitte Dezember pleite.

Die Mehrzahl der Griechen setzt Hoffnungen in Papademos, weiß aber zugleich, dass er keine Wunder vollbringen kann: “Die Probleme sind dieselben. Papademos ist eine Persönlichkeit, aber das bedeutet noch lange nicht, dass er Griechenlands Probleme lösen wird. Die Probleme werden bleiben und das Volk wird zahlen,” so ein Athener. Eine Frau gibt sich zuversichtlich:

“Papademos gefällt mir. Er scheint sehr anständig und intelligent zu sein. Lasst uns hoffen, dass es gut geht.” Ein Passant hingegen meint: “Papademos ist der richtige Mann für den Job, aber ich glaube nicht, dass er sich sein Kabinett frei aussuchen konnte. Manche Politiker sollten meiner Meinung nach nicht in der neuen Regierung sein.”

Zum ersten Mal seit dem Ende der Militärdiktatur 1974 sind Rechtsnationalisten an einer Regierung beteiligt. Die Koalition kam erst nach langwierigen Verhandlungen zustande. Um alle zufriedenzustellen, gibt es 48 Minister und Staatssekretäre. Experten zufolge könnten Steitereien zwischen den Parteien die neue Regierung lähmen.

Eine griechische Gewerkschaft hat unterdessen den nächsten Streik für Mitte November angekündigt.