Eilmeldung

Eilmeldung

Syrer: "Wir leben wie im Krieg"

Sie lesen gerade:

Syrer: "Wir leben wie im Krieg"

Schriftgrösse Aa Aa

Syrien schottet sich weiter ab. Die Armee verlegt Minen an der Grenze zum Libanon – zehn Tage nach der Zusage an die Arabische Liga, das Blutvergießen im Land zu beenden. Offizielle Begründung: der Waffenschmuggel aus dem Libanon solle eingedämmt werden. Andererseits sind seit Beginn der Proteste gegen die Regierung von Baschar al-Assad im Frühjahr Tausende über die Grenze geflüchtet.

Am Freitag sei ein Libanese an der Grenze auf eine Mine getreten und schwer verletzt worden, so libanesische Sicherheitskräfte.

Gleichzeitig versinkt die Protesthochburg Homs nahe der Grenze in Gewalt – das belegt eine Studie von Human Rights Watch, Titel “Wir leben wie im Krieg”. Allein seit dem Friedensplan seien mehr als 100 Menschen umgekommen. Bewohner der Stadt berichteten den Menschenrechtlern von grausamer Folter, Erschießungen, willkürlichen Verhaftungen.

Für Sarah Leah Whitson, Spezialistin für den Nahen Osten ist Homs ein “Mikrokosmos der Brutalität”. Die Organisation fordert ein internationales Eingreifen.

Das Regime von Präsident Baschar al-Assad lässt weder Journalisten noch Menschenrechtsorganisationen ins Land. Die Informationen stammen von geflüchteten Syrern im oder aus Telefongesprächen.

Die Arabische Liga kommt am heutigen Samstag in Kairo zu einem neuen Krisentreffen zusammen. Die 22 Mitglieder sind tief gespalten: Saudi Arabien, Katar, Oman und Bahrain sind für mehr Druck auf Assad, der vom Iran unterstützt wird. Jemen, Libanon oder Algerien sind dagegen.

Die Führung in Damaskus hatte versprochen, das Militär innerhalb von zwei Wochen aus den Städten abzuziehen und alle politischen Gefangenen freizulassen. Außerdem sollten internationale Beobachter und Journalisten einreisen dürfen.

mit Reuters, AP