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Der Supermann Mario Monti

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Der Supermann Mario Monti

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Mit Berlusconi hat Mario Monti wenig gemein. Der Technokrat und angesehene Wirtschaftsprofessor aus Mailand wird als intellektuell, reserviert und eher spröde beschrieben.

Der 68-Jährige schreibt u.a. Kommentare für die Tageszeitung “Corriere della Sera” oder die “Financial Times”. Er profilierte sich in den vergangenen Jahren als Wirtschaftsliberaler.

In Brüssel gilt Monti als graue Eminenz. In seiner Zeit als Wettbewerbskommissar, von 1999 bis 2004, war er bekannt für seine strenge Hand. Unerbittlich kämpfte er beispielsweise gegen den Softwaregiganten Microsoft und seine Monopolmachenschaften.

Monti verwies den Microsoft-Konzern in seine Schranken und verdonnerte ihn zur Zahlung einer Rekordstrafe von 497 Millionen Euro. Er besiegelte damit seinen Ruf als durchsetzungsfähigen Mann der Tat.

Der Analyst Paul Taylor preist Monti in hohen Tönen: “Er ist eisern, entschlossen und überzeugend, kurz ein Mann, der über ein großes Netz an Beziehungen verfügt. Er ist ein Davos-Mann, also Mitglied in allen Gruppen weltweit, in denen sich die politischen Eliten treffen. Er ist dort sehr angesehen.”

Monti verkehrt mit den einflussreichen Persönlichkeiten dieser Welt. Er hat den Brüsseler Think Tank Bruegel gegründet und war er an der Gründung der Spinelli-Gruppe beteiligt, die sich für den europäischen Föderalismus einsetzt. Er ist zudem internationaler Berater bei Goldman Sachs und Coca-Cola.