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Ein "Halleluja" für Italiens Noch-Regierungschef

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Ein "Halleluja" für Italiens Noch-Regierungschef

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In Rom feierten “Tifosi” kein gewonnenes Spiel der italienischen Fussball-Nationalmannschaft. Sondern das verlorene Spiel ihres Ministerpräsidenten.

Nach dem Rücktrittsangebot von Silvio Berlusconi hielt es viele seiner Gegner nicht zu Hause.

Die einen riefen den 12. November zuum “Tag der Befreiung” aus. Andere stimmten Georg Friedrich Händels “Halleluja” an.

Pier Luigi Bersani von der oppositionellen Demokratischen Partei (PD):

“Das ist ein großartiger Moment der Genugtuung. Ab morgen warten viele Probleme auf uns, aber wir können endlich anfangen, sie abzuarbeiten.”

Viele der Feiernden plagt jetzt schon Katerstimmung:

“Wir müssen uns jetzt auf eine Phase der Knapserei einstellen,” sagte einer, “er hat die Verschuldung in acht Jahren auf ein bisher ungekanntes Niveau gebracht.”

Vor Berlusconis Rücktrittsangebot hatten Senat und Abgeordnetenhaus einem von Brüssel verlangten Reformpaket zugestimmt.

“Weiter so” wäre ein paar Anhängern lieber gewesen.

Leonardo Ciccopiedi:

“Es ist ein Skandal, dass er zurücktreten muss, weil ein paar Abgeordnete ihn fallengelassen haben. Dabei wurden sie von den Leuten seiner PDL-Partei (Volk der Freiheit) gewählt. Diese Regierung ist von den Bürgern gewählt.”

Und was hat der “Cavaliere” vor – gesetzt den Fall, die ihm verhassten Juristen lassen ihn in Ruhe?

“In ein paar Monaten,” soll Berlusconi in einem abgehörten Telefongespräch gesagt haben, “verschwinde ich aus diesem Scheißland. Von dem wird mir schlecht.”

mit Reuters