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"Tritt ab, geh nach Hause" - Silvio Berlusconi gibt auf

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"Tritt ab, geh nach Hause" - Silvio Berlusconi gibt auf

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Wie hat Silvio Berlusconi um sein Amt gekämpft – nun hat er es doch losgelassen. Ein würdeloser Abgang –

“Schande” und “tritt ab, geh nach Hause”, so die Sprechchöre, als Italiens Regierungschef das Abgeordnetenhaus durch den Hintereingang verließ und schließlich aus seiner Villa Grazioli zum Quirinalspalast fuhr.

Dort bot er Staatspräsident Giorgio Napolitano seinen Rücktritt an – zuvor hatten Senat und Abgeordnetenhaus einem von Brüssel verlangten Reformpaket zugestimmt.

Donato Marra, Generalsekretär des Präsidenten:

“Der Präsident der Republik bedankte sich für die Zusammenarbeit und kann nun entscheiden, ob er den Rücktritt annimmt. Er hat die Regierung gebeten, zur Abwicklung der laufenden Geschäfte im Amt zu bleiben.”

Im Lauf des Sonntags werde man weitersehen – soll vermutlich heissen, bevor die Börse am Montag öffnet.

Italien ist hoch verschuldet und steht unter starkem Druck der Finanzmärkte – viele Hoffnungen konzentrieren sich deshalb auf den ehemaligen EU-Kommissar und Wirtschaftsfachmann Mario Monti.

Auch Berlusconis Partei “Popolo della Libertà”

ist nach einer Zerreißprobe inzwischen prinzipiell für eine Übergangsregierung aus Fachleuten.

Silvio Berlusconi hatte 17 Jahre lang das politische Geschehen in Italien bestimmt.

mit dpa, ansa