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Breivik: Nur ein Kurzauftritt vor Gericht

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Breivik: Nur ein Kurzauftritt vor Gericht

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Der norwegische Massenmörder Anders Behring Berivik ist bei seinem ersten öffentlichen Gerichtstermin nur kurz zu Wort gekommen. Er sei Kommandant des norwegischen Widerstands, sagte er, ein norwegischer Tempelritter, und er erkenne dieses Gericht nicht an, denn es unterstütze die Idee des Multikulturalismus. Dann unterbrach der Richter Breiviks Ausführungen und verlängerte die Untersuchungshaft bis zum 6. Februar.

Rund 170 Journalisten hatten sich zu dem Haftprüfungstermin eingefunden. Zunächst sollte Breivik per Videolink aus dem Gefängnis zugeschaltet werden, erst am Freitag entschied der Oberste Gerichtshof, dass der Attentäter doch persönlich erscheinen könne. Zahlreiche Überlebende und Hinterbliebene von Opfern verfolgten Breiviks Auftritt. “Es ist schwierig”, meint die Mutter eines Opfers, “man hätte vieles sagen oder tun können aber am Ende bleibt man doch am Rand stehen und fühlt sich nur hilflos.” Ein junger Mann versucht, Breiviks Motive zu ergründen: “Ich wollte ihn persönlich sehen. Ich möchte versuchen, zu verstehen, oder vielleicht nicht direkt verstehen, aber ich möchte wenigstens eine Ahnung davon bekommen, warum er tat, was er tat.” Und ein Mädchen kämpft mit seinen traumatischen Erinnerungen: “Es war schrecklich. Mir ist direkt schlecht geworden. Ganz schlimm. Aber ich musste ihn hier sehen, um die anderen Bilder aus meinem Kopf zu bekommen.”

Am 22. Juli hatte Anders Behring Breivik zunächst acht Menschen mit einer Autobombe im Regierungsviertel von Oslo getötet und danach auf der Ferieninsel Utoya 69 Jugendliche erschossen. Der eigentliche Prozess gegen ihn soll im April beginnen; ein Urteil wird für den Sommer erwartet.