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DSK und Anne Sinclair - der Gegenangriff

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DSK und Anne Sinclair - der Gegenangriff

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Dominique Strauss-Kahn und seine Frau Anne Sinclair sind wieder auf den Titelseiten der französischen Presse. Neben dem Rücktritt von Silvio Berlusconi war das Gemunkel um Anne Sinclairs mögliche Absichten, sich von DSK zu trennen oder gar scheiden zu lassen schon am Sonntag Top-Thema. Jetzt schlägt das Ehepaar zurück und bedroht die Medien. Die Anwälte Frédérique Baulieu und Henri Leclerc sehen die Privatsphäre von Dominique Strauss-Kahn und Anne Sinclair in Gefahr. Ein dritter auf Medienrecht spezialisierter Anwalt arbeitet jetzt ebenfalls für das Ehepaar, Richard Malka erklärte in einem Interview: “Die Ermittlungen der Justiz sind eine Sache, wenn die Journalisten eine Art Inquisition betreiben, dann ist das eine andere. Im Namen von DSK und Anne Sinclair rufe ich zu Ruhe und Verantwortung auf.”

Am Wochenende waren in der Presse “verräterrische SMS” (wie auch die Süddeutsche Zeitung meldete) veröffentlicht worden, nach denen der Ex-IWF-Chef sich mit verschiedenen Frauen an unterschiedlichen Orten in Europa verabredete. Tatsächlich hatte die Polizei, die im Prostitutions-Skandal um das Hôtel Carlton in Lille ermittelt, ein Handy von DSK beschlagnahmt. Dominique Strauss-Kahn selbst hatte verlangt, in dieser Sache auszusagen. Seine Aussage soll jetzt noch diese Woche in Lille stattfinden.

Ob DSK für die Vernehmung in Untersuchungshaft kommt, ist offenbar noch unklar. Die Polizei untersucht auch finanzielle Aspekte, denn ein Mitarbeiter der Baufirma Eiffage – dem vorgeworfen wird, er habe diverse Parties organisiert – soll Reisen zu DSK nach Washington im Wert von 3.000 bis 4.000 Euros als Firmenausgaben abgerechnet haben – und das Unternehmen hat deswegen Anzeige erstattet.

Auch die US-Anwälte von Nafissatou Diallo, die DSK wegen sexueller Übergriffe angeklagt hatte, beobachten nach eigenen Angaben täglich, was sich in Frankreich tut. Sie hoffen, die Glaubwürdigkeit des New Yorker Zimmermädchens werde durch die neuen Anschuldigungen wiederhergestellt. Im Zivilprozess, der noch auf den Ex-IWF-Direktor zukommt, hoffen sie auf einen Schadensersatz für ihre Klientin in Millionenhöhe. Und diesmal wolle Anne Sinclair nicht für ihren Mann zahlen, laut der Zeitung LE PARISIEN hat die Journalistin schon die gemeinsamen Konten gesperrt.
Und im Radio Europe 1 erinnerte Ex-Premierminister Michel Rocard am Montagmorgen daran, dass er der war, der als erster gesagt hatte, Dominique Strauss-Kahn sei krank. Neben den Trennungsgerüchten heißt es jetzt nämlich auch, DSK wolle sich behandeln lassen. Michel Rocard bestätigte, dass es Dominique Strauss-Kahn nicht gut gehe, DSK sei sein Freund und es tue ihm leid, dass er auf so grausame Weise zur Einsicht gelangen müsse.

Seit Wochen berichteten verschiedene Medien, dass kaum noch jemand etwas mit dem ehemaligen möglichen französischen Präsidentschaftskandidaten zu tun haben wolle. Vor allem die Parteigenossen von Frankreichs Sozialisten wollten mit DSK und seinen unerfreulichen Geschichten nicht in Verbindung gebracht werden. Dominique Strauss-Kahn sitze alleine in seiner Wohnung Place des Vosges im Pariser Luxusviertel Marais, sagen Freunde, die anonym bleiben wollen. LE SOIR schreibt, DSK sei nur noch der Schatten seiner selbst.

Am Sonntag soll dann laut RTL der Familienrat getagt haben. Der Clan habe zum Gegenangriff gegen die Presse geblasen, die Anwälte des Ehepaars beklagen “höchst verabscheuungswürdigen Voyeurismus”. Und Anne Sinclair ist offenbar aus Marrakech, wohin sie ohne ihren Mann gereist war, zurück in Paris. Mehrere Medien melden, die ehemalige TV-Journalistin schreibe an einem Buch über DSK, ihre Wahrheit werde 2012 erscheinen.