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Großbritannien sucht neue Presse-Ethik

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Großbritannien sucht neue Presse-Ethik

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Nach dem Abhörskandal um das mittlerweile eingestellte Boulevardblatt “News of the World” soll eine Untersuchungskommission die Arbeitsmethoden der britischen Medien unter die Lupe nehmen. Illegale Recherchen, Verstrickungen zwischen Politik, Polizei und Presse sind anscheinend an der Tagesordnung.

Dem Vorsitzenden der Kommission, Brian Leveson, zufolge braucht die Presse dringend neue ethische Standards: “Die Untersuchung muss ein Gleichgewicht finden, zwischen dem Wunsch nach einer starken, freien Presse und den Rechten der Individuen. Zugleich müssen die Arbeitsbeziehungen zwischen Presse, Parlament, Regierung und Polizei erhalten werden. Die Presse überwacht und spiegelt alle Aspekte des öffentlichen Lebens wieder, deswegen betrifft ein Scheitern der Presse uns alle.”

In den kommenden Wochen sollen unter anderem die “Harry Potter”-Autorin J.K. Rowling und der Hollywood-Schauspieler Hugh Grant in den Zeugenstand berufen werden. Auch die Eltern des vermissten Mädchens Madeleine McCann sollen befragt werden. Sie alle wurden abgehört.

Der “News of the World” Abhörskandal hat das Vertrauen der Briten in ihre Presse schwer erschüttert. Einer jüngst veröffentlichten Umfrage zufolge glauben nur 38 Prozent der Befragten, was sie in der Zeitung lesen.