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Europas regierende Technokraten

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Europas regierende Technokraten

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Das sind nun also die drei Herren, die wieder hinbiegen sollen, was sie zum Teil selbst verbockt haben. Mario Draghi, der neue EZB-Chef,

Lucas Papademos, der griechische und Mario Monti, der designierte italienische Regierungschef.

Die Herren haben einiges gemeinsam.

Böse Zungen nennen sie schon die “Goldman Sachs-Regierungen”, denn mehr oder weniger waren sie in ihren bisherigen Laufbahnen mit der mächtigen US-Bank verbunden.

Mario Draghi, hat sein Diplom in Wirtschaftswissenschaften am berühmten:

“Massachussetts Institute of Technology” in Boston erworben. Danach arbeitete er für verschiedene Banknen und war von 2002 bis 2006 bei “Goldman Sachs” der für Europa zuständige Vizepräsident. Danach wurde er zum Chef der italienischen Zentralbank berufen.

Schon bei “Goldmam Sachs” hatte er mit Staatsanleihen zu tun – er sollte also gewusst haben, wie hoch sich diverse Euro-Länder bereits verschuldet hatten – über die sogenannten “SWAP”, das sind Versicherungen für Anlagegeschäfte.

Die Rede ist von 300 Millionen Dollar, mit denen “Goldman Sachs” Griechenland geholfen haben soll, im Endeffekt mit geschönten Bilazzahlen in den Klub der Euro-Gründer aufgenommen zu werden.

Von diesen Manövern müsste auch der neue griechische Ministerpräsident Lucas Papademos gewusst haben, denn er stand auf der anderen Seite. Von 1994 bis 2002 war er Chef der griechischen Zentralbank, hat sein Land also zum Euro geführt. Anschließend wurde er der zweite Mann in der Europäischen Zentralbank, die rechte Hand von Jean-Claude Trichet. Näher kann einer kaum an den Informationsquellen sein.

Mario Monti, der jetzt Italien regiert, wurde international bekannt als EU-Kommissar von 1994 bis 2004, ging anschließend zu “Goldman Sachs”.

Sein Wirtschaftsdiplom stammt von der rennomierten Universität Yale.

Nach dem Platzen der Immobilienblase sehen sich die Behörden in der USA die beteiligten Banken etwas genauer an. Das gilt etwa für die “Deutsche Bank” wie auch für “Goldman Sachs”.

So wird verständlich, dass bei diesen Banken, nachdem sie mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen sind, keiner gern über Details reden möchte. Bleibt also für den interessierten Europäer die spannende Frage: Wie transparent werden nach der großen Aufregung die Rettungsmaßnahmen verlaufen?