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Italien im Aufbruch: Quo vadis, Mario Monti?

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Italien im Aufbruch: Quo vadis, Mario Monti?

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Die italienische Bevölkerung bleibt skeptisch: Für Mario Monti gibt es kaum Vorschusslorbeeren, auch nicht von Loredana Pompei, der Besitzerin des “Café Brasil” im Zentrum von Rom. Sie arbeitet hart, um ihren zwei Töchtern ein Studium ermöglichen zu können. Derzeit gehe es ihr nicht so schlecht, sagt sie, sie habe bereits härtere Zeiten erlebt – aber für die Zukunft ist sie wenig optimistisch. “Ich glaube nicht an Wunder”, meint sie. “Ich fürchte, die neue Regierung wird die Steuern erhöhen.” Und was würde sie von Monti erwarten? Die Antwort ist einfach: “Ich hoffe, dass der neue Regierungschef ein Technokrat bleibt und kein Politiker wird.”

Zurückhaltend gibt sich auch Fabrizio Forquet, der stellvertretende Chefredakteur der renommierten Wirtschaftszeitung “Il sole 24 ore”. Forquet weiß nur zu gut, dass Mario Monti vor einer gewaltigen Herausforderung steht. “Derzeit wird über Einsparungen in Höhe von 25 Milliarden Euro gesprochen und das ist nicht leicht umzusetzen”, erklärt er. “Monti muss sofort Reformen in Angriff nehmen, denn Italien braucht eine strenge Führung, aber auch Maßnahmen, um das Wachstum anzukurbeln. Das Mario-Monti-Reformprojekt wird der italienischen Gesellschaft große Opfer abverlangen, aber die Italiener werden das akzeptieren, wenn die Politiker ebenfalls noch größere Opfer bringen.”

Experten sehen Italiens Zukunft freilich nicht so schwarz: Denn die Wirtschaft ist strukturell stabil – und das muss jetzt auch für die Politik gelten.