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Libanesische Politiker gehen in Talkshow aufeinander los

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Libanesische Politiker gehen in Talkshow aufeinander los

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Bizarre Szenen in einer libanesischen Fernseh-Talkshow: Beim Thema Syrien gerieten der ehemalige Abgeordnete der antisyrischen Future-Partei, Mustafa Alloush, und der Vorsitzende des libanesischen Arms der Baath-Partei, Fayez Shukr, aneinander. Alloush bezeichnete Syriens Präsident Assad als Lügner, Shukr konterte, dass Alloush der Lügner sei – und dann kam es zu Handgreiflichkeiten. Shukr warf das Wasserglas auf seinen Kontrahenten, verfehlte aber sein Ziel, dann gingen die beiden mit den Stühlen aufeinander los. Die Versuche des Moderators, die erhitzten Gemüter zu beruhigen, scheiterten, die Talkshow mit dem klingenden Namen “Objektiv” musste abgebrochen werden.

Die libanesische Bevölkerung reagierte wenig begeistert auf den Fernseh-Eklat. “Was wir da gesehen haben, ist beschämend für Bürger und Politiker im Libanon”, meint ein Mann. “Es gibt offenbar kein Klima der kulturelle Reife, in dem jeder seine Meinung äußern kann, sodass im Dialog alle Standpunkte berücksichtigt werden.” Ein anderer Passant sieht es ähnlich, formuliert es aber direkter: “Politiker können sich nicht zusammennehmen. Beide waren sehr angespannt, ein einziges Wort genügte, um den anderen zu irritieren und wenn sie Waffen gehabt hätten, hätten sie einander erschossen. Ich wünschte, sie hätten das getan…”

Die Lage in Syrien wird im Libanon aufmerksam beobachtet: Das Land ist zwischen Assad-Gegnern und -Befürwortern geteilt und viele befürchten, dass die Krise letztlich auch auf den Libanon übergreifen könnte.