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Frankreich und Spanien im Fokus der Finanzmärkte

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Frankreich und Spanien im Fokus der Finanzmärkte

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Eine Entspannung in der Schuldenkrise ist derzeit in Europa nicht in Sicht. Nach Griechenland und Italien sind nun Frankreich und Spanien, die zweit- beziehungsweise viertgrößten Volkswirtschaften der Eurozone, in den Fokus der Finanzmärkte geraten: Beide Länder konnten nur zu deutlich höheren Zinssätzen neue Schulden aufnehmen. “Die Ertragslage in Frankreich ist längst nicht so abträglich wie anderswo, etwa in Italien. Ich denke also, es ist eine Überreaktion, Frankreich in den gleichen Topf wie die anderen Länder zu werfen. Wie auch immer, die Märkte werden weiterhin die Beschlüsse der Politiker überprüfen. Aber im Falle Frankreichs müssen wir wohl eine Linie ziehen”, sagt Adam Myers von Crédit Agricole. Frankreich ist noch weit von der kritischen Marke von sieben Prozent entfernt, die als Obergrenze für eine auf Dauer tragfähige Refinanzierung an den Kapitalmärkten gilt. Italien pendelt bereits um diese rote Linie, Spanien kommt ihr bedrohlich nah.

Beim direkten Handel etwa mit spanischen Staatsanleihen erreichte die Rendite der zehnjährigen Papiere einen Rekordwert seit der Euro-Einführung. Zum Vergleich: Die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe lag zuletzt bei knapp 1,8 Prozent. Die Regierung in Paris erneuerte ihre Forderung an die Europäische Zentralbank, sich jetzt um die Finanzstabilität der Euro-Zone zu kümmern, also ihre Staatsanleihenkäufe auszuweiten. Deutschland hingegen lehnt die französische Idee strikt ab. Auch eine Banklizenz für den Euro-Rettungsschirm EFSF soll es nach Auffassung Berlins nicht geben.