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Wie weiter in der Eurozone nach dem "schwarzen Donnerstag"?

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Wie weiter in der Eurozone nach dem "schwarzen Donnerstag"?

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Dieser 17. November dürfte als “schwarzer Donnerstag” für die Eurozone in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Geprägt von

Krisenangst und steigenden Schulden. Für spanische Staatsanleihen ging der Zinssatz weiter hoch und sogar französische befand sich in diesem Sog.

Nie zuvor war so ein Riesenunterschied zwischen der Bewertung spanischer, französischer und deutscher Staatsanleihen. Die Deutschen spielen da quasi in einer anderen Liga.

Alle Bemühungen der Europäischen Zentralbank, mit Rettungskäufen einzugreifen, haben am Ende kaum etwas gebracht, konnten den Druck auf die Schuldenländer – speziell Spanien – nicht mindern.

Der Londoner Analyst Manoj Lawda schätzt ein:

“Die Renditen gehen rauf und die Kurse für Anleihen gehen runter. Wenn die EZB nicht in der Lage ist, wirkungsvoll einzugreifen, könnten der schlimmste Fall eintreten, der denkbar wäre. Dann würde die Anlagerendite im freien Fall runtergehen.”

Für insgesamt 4,5 Milliarden Euro hatte die EZB in der vergangenen Woche vom Absturz bedrohte Staatsanleihen gekauft. Immer mit der Absicht, auch nicht des Guten zuviel zu tun, sondern die Regierungen zu Reformanstrengungen zu ermutigen.

Die deutsche Bundeskanzlerin vertritt dabei ihren Kurs unbeirrt. Sie ist klar gegen gemeinsame Bonds der Eurozone. Angela Merkel sagte an jenem 17. November 2011: “Wenn Politiker denken, die EZB könnte das Problem der Euroschwäche lösen, dan irren sie sich. Meint Hauptpunkt ist deshalb: politisches Handeln.”

Allerdings hat sich der Schuldenvirus schon als sehr ansteckend erwiesen. Neben Deutschland halten nur noch drei andere Länder alles im “grünen Bereich”.

Gelb blinken die Warnlichter auch schon für Österreich und Frankreich. Heftiger noch für Belgien und die Slowakei.

Orange – das ist die Farbe der um Hilfe Rufenden.

Italien, Spanien, auch Slowenien und Malta.

Und in der roten Gefahrenzone stecken Griechenland, Portugal, Irland und neuerdings auch Zypern.

Nur noch 6 der 17 Staaten der Eurozone können sich mit dem dreifachen A der Ratingsagenturen für beste Bonität schmücken.

Und dazu kommt die Angst vor der Rezession.

Im dritten Quartal war nur noch ein “Hauch von Wachstum” zu verzeichnen mit ganz mageren 0,2 Prozent.