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Saif al-Islam: Vom Reformer zum Hardliner

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Saif al-Islam: Vom Reformer zum Hardliner

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Saif al-Islam, der Zweitälteste Sohn Gaddafis, genoss jahrelang den Ruf des liberalen, westlich orientierten Reformers.

Nach dem Beginn des Aufstands in Libyen entpuppte er sich jedoch als Scharfmacher und stellte sich demonstrativ an die Seite seines Vaters.

Saif al-Islam drohte mit einem Bürgerkrieg “mit tausenden Toten”. Er schwor, dass Gaddafis Anhänger Libyen nicht aufgeben würden und bereit seien, bis zum letzten Mann, bis zur letzten Frau und bis zur letzten Kugel zu kämpfen.

Bevor er in die Rolle des Kriegshetzers schlüpfte, trat Saif al-Islam als Präsident der Gaddafi-Stiftung für Entwicklung im Ausland als humanitärer Botschafter seines Landes auf. Er galt als gebildet, höflich und wortgewandt.

2009 empfing er Abdel Basit Ali al-Megrahi, der für den Anschlag von Lockerbie verurteilt

wurde, mit offenen Armen. Saif al-Islam hatte jedoch auch Entschädigungszahlungen für die

Angehörigen der Lockerbie-Opfer ausgehandelt. Ein Mann mit zwei Gesichtern.