Eilmeldung

Eilmeldung

Ägypten droht eine Spirale der Gewalt

Sie lesen gerade:

Ägypten droht eine Spirale der Gewalt

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Sturz des Präsidenten Hosni Mubarak im vergangenen Winter hatten die Demonstranten die Militärs als Retter gefeiert. Inzwischen sind sie zum Feindbild der Protestbewegung geworden. Gefordert wird unter anderem eine schnellere Übergabe der Verantwortung an eine zivile Regierung. “Die Politik der Repression wurde nach dem Sturz Mubaraks fortgesetzt”, so der Nahost-Experte Bechara Khodr. “Der Militärrat plant einen Gesetzesvorschlag, der den Militärs erlauben würde, ein Staat im Staat zu sein. Das ist nicht hinzunehmen.” Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, der Vorsitzende des Militärrats, ist für viele der neue Mubarak. “Bisher waren die Ereignisse und die Reaktionen relativ friedlich”, meint Phillippe Hensmans von Amnesty International. “Doch die Zusammenstöße werden immer härter, die Demonstranten neigen dazu, gewalttätiger zu werden. Die größte Gefahr liegt darin, dass die Gegnerschaft zu den Militärs zu einer Spirale der Gewalt führt. Anders als in einer Demokratie vermögen die Militärs Aufstände oder Proteste wie diese nicht friedlich beizulegen.”

Viele werfen den Militärs zudem vor, immer noch kein Datum für die Präsidentschaftswahl genannt zu haben. Am kommenden Montag soll in Ägypten die Parlamentswahl beginnen.