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Viele Tote, doch kein Ende der Proteste in Kairo

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Viele Tote, doch kein Ende der Proteste in Kairo

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Mehr und mehr Demonstranten strömen nach Einbruch der Dunkelheit zum Tahrir Platz in der ägyptischen Hauptstadt.
Bei den blutigen Protesten in Kairo sind bisher mindestens 33 Menschen getötet worden. Mehr als 2 000 Menschen wurden verletzt. Tausende demonstrieren weiter gegen die Militärherrrscher. Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein gegen die Protestierenden auf dem zentralen Tahrir-Platz, auf dem der Sturz von Langzeit-Präsident Mubarak ausgefochten wurde. Es sind die schlimmsten Ausschreitungen seit dem Aufstand gegen den früheren Staatschef. Ob die in einer Woche beginnenden Parlamentswahlen in diesem Klima der Gewalt wirklich stattfinden können, ist mittlerweile unklar.

Ein Demonstrant erklärte: “Unsere Forderungen können nicht mit Gewalt und Kugelhagel beantwortet werden. Ich bin ägyptischer Staatsbürger und habe das Recht mit meinen Kindern zu leben.”

Die Demonstranten fordern vom regierenden Militärrat eine schnellere Übergabe der Macht an eine zivile Regierung. Einem Entwurf zufolge soll dem Militär in der neuen Verfassung Ägyptens Autonomie gewährt werden soll. Das lehnen die Demonstranten ab. Die Wirtschaft bekommt durch die Proteste einen neuen Dämpfer. Die Börse in Kairo verlor vier Prozent.

Derweil stehen Leben und Verkehr in Kairo still. Auf den Straßen spielen sich chaotische Szenen ab. Schwarzer Rauch stieg aus einem mehrstöckigen Gebäude auf. Ein Augenzeuge berichtete, dass Feuer sei aufgrund eines Gaskanisters der Polizei ausgebrochen.