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Sorgenkind Frankreich - Moody's warnt Paris

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Sorgenkind Frankreich - Moody's warnt Paris

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Eine Warnung der Rating-Agentur Moody’s zur Schuldensituation Frankreichs hat an den Märkten für neue Aufregung gesorgt. In ihrem wöchentlichen Kreditbericht wies Moody’s darauf hin, dass die steigenden Refinanzierungskosten des französischen Staates den dringend notwendigen Defizitabbau weiter erschweren könnten.

Damit handelte sich Moody’s einmal mehr Kritik von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker ein. Es sei nicht angemessen, in der jetzigen Situation eine Warnung gegenüber Frankreich auszusprechen, sagte Juncker in Mainz.

Die Kapitalmärkte reagierten sofort. Der Risikoaufschlag für französische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit stieg auf 3,6 Prozent – deutlich mehr als der für vergleichbare deutsche Papiere. Die Furcht geht um, Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone könnte in Kürze die Bestnote Triple-A verlieren. Auch spanische, italienische und griechische Renditen zogen weiter an.

Die verschärften Kreditbedingungen in diesen drei Mittelmeer-Anrainern trugen erheblich zum Ende der jeweiligen Regierungen in Athen, Rom und Madrid bei. Die jüngsten Markt-Turbulenzen fachten unterdessen die Diskussion um gemeinsame Euro-Anleihen wieder an.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach sich erneut dafür aus und kündigte Vorschläge noch in dieser Woche dazu an. Diese sogenannten Eurobonds werden allerdings von Deutschland kategorisch abgelehnt.