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Protest gegen Sondersteuern: Miese Stimmung in Griechenland

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Protest gegen Sondersteuern: Miese Stimmung in Griechenland

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Während Griechenlands Regierungschef Papademos in Brüssel die Geldgeber für die nächste Hilfstranche zu gewinnen versucht, grummelt es in der Heimat weiter. Mitarbeiter der Energiebetriebe und Gemeinden besetzten Gebäude der Stromversorger aus Protest gegen eine Notstands-Grundsteuer, die im Rahmen des Sparpakets über die Stromrechnungen eingezogen wird.

“Heute ist der erste Tag, an dem sie Stromsperren gegen diejenigen verhängen, die diese Steuer nicht gezahlt haben. Deshalb haben wir dieses Gebäude über Nacht besetzt”, erklärt ein Gewerkschafter.

Genauso umstritten wie das Sparprogramm ist bei den Griechen die Forderung der Geldgeber in Brüssel, dass Griechenlands Spitzenpolitiker sich schriftlich zur langfristigen Sanierung der Staatsfinanzen verpflichten sollen.

Papademos werde schon etwas ausrichten, meint ein Passant, und Griechenland werde die nächste Tranche ausgezahlt bekommen. Doch der Chef der Konservativen, Antonis Samaras, habe Recht, eine schriftliche Verpflichtungserklärung zu verweigern.

Im Land selbst ist die Lage alles andere als rosig: Im Sommer, der sonst doch einnahmestarken Touristensaison, sank das Bruttoinlandsprodukt, viele Geschäfte haben dicht gemacht, und die Arbeitslosigkeit lag selbst in den Sommermonaten bei um die 18 Prozent. Experten reden schon von einem verlorenen Jahr.