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Wieder Unruhen in Ägypten

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Wieder Unruhen in Ägypten

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Nach den schweren Ausschreitungen in Ägypten am Wochenende ist es am Montag morgen auf dem Tahir-Platz in Kairo erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Aktivisten, die versuchten, zum Innenministerium zu marschieren, warfen Steine, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Seit zwei Tagen legen wütende Demonstranten Ägypten quasi lahm. Nicht nur in Kairo, auch in anderen Städten kam es zu Ausschreitungen mit mehreren Toten. Die Protestierenden fordern die schnelle Übergabe der Macht vom Militär, das seit dem Sturz von Staatschef Mubarak regiert, an eine zivile Regierung. “Das ist der korrupte Militärrat von Feldmarschall Tantawi, dem Dieb”, schreit ein Demonstrant, “er war Teil des korrupten Regimes.” Und ein anderer fordert: “Das Mubarak-Regime muss vor Gericht gestellt werden, sonst verlieren wir das Vertrauen in den Militärrat, wir hören nur Worte aber sehen keine Taten.”

Am 28. November sollen in Ägypten die Parlamentswahlen beginnen. Aus der Militärregierung hieß es am Sonntag, der Wahltermin werde in jedem Fall eingehalten. Beobachter halten es dennoch für möglich, dass die Armee den Urnengang noch absagt, da das Klima der Gewalt eine geordnete Wahl praktisch unmöglich macht.

Bei den jüngsten Unruhen wurden in mehreren Städten mindestens ein Dutzend Menschen getötet, die Zahl der Verletzten geht in die Tausende. Der Militärrat wirft den Demonstranten vor, dass sie den Wiederaufbau der staatlichen Institutionen verhindern wollten.