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Lammert zu Rechtsterror: Kumpanei "kann und will ich mir nicht vorstellen"

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Lammert zu Rechtsterror: Kumpanei "kann und will ich mir nicht vorstellen"

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Der Deutsche Bundestag hat in einer Schweigeminute der Neonazi-Mordopfer gedacht.

Die Parteien forderten geschlossen die Aufklärung der Mordserie, die vermutlich auf das Konto der rechtsextremen Gruppierung NSU geht.

Bundestagspräsident Norbert Lammert:

“Wir wissen um unsere Verantwortung. Wir sind fest entschlossen, alles mit den Mitteln des Rechtsstaates Mögliche zu tun, die Ereignisse und ihre Hintergründe aufzuklären.”

Die Angehörigen der Opfer – acht Türken, ein Grieche und eine Polizistin – bat er wegen Fahndungspannen und falscher Verdächtigungen um Entschuldigung.

Zwei Mitglieder der vor zwei Wochen aufgeflogenen Gruppe sind tot, zwei mutmaßliche Komplizen in Haft. Ein Fehlverhalten einzelner Beamter hält Lammert für möglich. Aber dass «ganze Landesbehörden für Verfassungsschutz» eine Kumpanei mit V-Leuten «geduldet oder gar organisiert hätten, “kann und will ich mir nicht vorstellen», sagte er.

Bisher Unvorstellbares wurde andererseits bereits herausgefunden: Die Polizistin, die vor vier Jahren in Heilbronn regelrecht exekutiert wurde, kannte die beiden toten Neonazis aus ihrem Heimatort in Thüringen. Michele Kiesewetter könnte die beiden zufällig getroffen und erkannt haben, so eine These.

Behörden prüfen nun bisher rätselhafte Verbrechen auf mögliche weitere Neonazi-Taten – in Medien kursiert eine Liste mit mehr als 100 Namen.

mit AP, dpa