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China droht harte Konjunkturlandung

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China droht harte Konjunkturlandung

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Neueste Konjunkturdaten aus China haben den Sorgen vor einer weltweiten Rezession neue Nahrung gegeben. Im November schrumpften die Geschäfte des Industriesektors so stark wie seit März 2009 nicht mehr, wie aus dem viel beachteten Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC hervorgeht. Das Barometer fiel auf 48 Punkte und damit unter die Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. Im Oktober hatte der Index bei 51 Stellen gelegen.

Das Wachstum der chinesischen Industrie werde sich in den nächsten Monaten weiter verlangsamen, sagte HSBC-Chefökonom Qu Hongbin. Grund sei nachlassende Nachfrage sowohl in China selbst als auch im Ausland.

Den Daten aus China gewinnen Fachleute auch Positives ab. Denn der schwache Einkaufsmanagerindex stützt die Hoffnungen auf eine Lockerung der Geldpolitik. “Dazu werden die Behörden aber den offiziellen Index am nächsten Mittwoch abwarten”, so ein Marktteilnehmer.

Der schwache HSBC-Index sei vor allem auf eine Schwächephase im Mittelstand zurückzuführen – verursacht vermutlich durch die Bauwirtschaft, weil die Immobilienpreise Luft abließen. “Das ist aber gewollt”, so der Experte. China habe die Blase erfolgreich bekämpft und könnte nun das Zinssteuer wieder drehen.

Zu diesem Ergebnis kommt auch Volkswirt Qu. “Da die Inflation schneller als erwartet nachgeben sollte, wird sich für die Regierung in Peking ein größerer Spielraum für eine geldpolitische Lockerung ergeben.”