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Kein Ende der Krawalle in Kairo

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Kein Ende der Krawalle in Kairo

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Die Unruhen in Ägypten haben sich bereits den fünften Tag in Folge fortgesetzt. Auch am Mittwoch kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten, vor allem in der Hauptstadt Kairo. Einige Aktivisten versuchten vergeblich, das Innenministerium zu stürmen, das daraufhin von Armeeinheiten zusätzlich abgesichert wurde. Zwar hatte der Chef der Militärführung, Hussein Tantawi, Zugeständnisse gemacht und versprochen, die Macht bis Mitte 2012 an eine zivile Regierung abzugeben, aber das ist den Demonstranten zu wenig: Sie fordern den sofortigen Rücktritt Tantawis. “Feldmarschall Tantawi soll dorthin gehen, wo Mubarak ist”, ruft ein junger Mann. “Wir sind bereit, hier zu sterben, wir werden nicht aufgeben. Zu viele Menschen sind schon gestorben.”

Fünf Tage vor den Parlamentswahlen gleicht die Innenstadt von Kairo einem Schlachtfeld. Die UN-Menschenrechtskommissarin forderte eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle – denn was genau sich abspielt, ist oft unklar. So beschuldigten Aktivisten die Polizei, scharfe Munition zu benutzen; die Sicherheitskräfte wiesen dies zurück.

Die Zahl der Toten ist nach Angaben ägyptischer Menschenrechtsorganisationen auf rund 40 angestiegen. Mindestens 2000 weitere Menschen wurden verletzt. Experten spekulieren bereits, dass die ohnehin schon einmal verschobenen Parlamentswahlen möglicherweise abgesagt werden.