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Unruhen in Kairo dauern an

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Unruhen in Kairo dauern an

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Wenige Tage vor den Parlamentswahlen herrscht in der ägyptischen Hauptstadt Kairo das Chaos. Trotz des Einlenkens der Militärführung haben sich Tausende Demonstranten im Zentrum der Stadt erbitterte Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Rund 40 Menschen wurden getötet, mehr als 2000 verletzt. Einige Aktivisten versuchten vergeblich, das Innenministerium in der Nähe des Tahrir-Platzes zu stürmen. Das Gebäude wurde daraufhin von Armeeinheiten zusätzlich gesichert; zudem versuchte das Militär, mit gepanzerten Fahrzeugen eine Front zwischen Polizisten und Demonstranten zu bilden.

Zuvor hatte der Militärrat versprochen, die Macht bis Mitte 2012 an eine Übergangsregierung abzugeben, aber den Demonstranten ist dies nicht genug. Sie fordern den sofortigen Rücktritt des Chefs der Militärführung, Hussein Tantawi.

Ob die Parlamentswahlen, die am kommenden Montag beginnen sollten, vor diesem Hintergrund überhaupt abgehalten werden können, ist fraglich. Bis jetzt lehnte der Miltärrat eine Verschiebung des Urnengangs ab. Unterstützt wird er dabei von den gemäßigt islamistischen Muslimbrüdern, die sich gute Chancen auf einen Wahlsieg ausrechnen.