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Ägypten: Militär entschuldigt sich für hartes Vorgehen

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Ägypten: Militär entschuldigt sich für hartes Vorgehen

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Ägypten kommt nicht zur Ruhe. Hunderte Demonstranten verbrachten die Nacht auf Donnerstag erneut auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos und skandierten Parolen gegen die Militärführung. Diese gab eine Erklärung ab, in der sie sich für das gewaltsame Vorgehen gegen die Aktivisten entschuldigte und eine Untersuchung der Vorfälle ankündigte. Bei den Protesten der vergangenen Tage waren rund 40 Menschen getötet worden.

Die Demonstranten beharren auf ihrer Forderung nach der Übergabe der Macht an eine zivile Regierung. “Wir hatten erwartet, dass zwei Monate nach der Revolution alles geregelt wäre”, erklärt ein Mann, “aber zwischen Januar und Dezember sind unsere Anliegen unbeantwortet geblieben. Der Arabische Frühling liegt fast ein Jahr zurück aber Ergebnisse gibt es immer noch nicht.”

In der Nacht war es vor allem in den Straßen rund um das Innenministerium zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Aktivisten werfen dem Innenminister vor, genauso brutal gegen Kritiker vorzugehen wie der gestürzte Präsident Husni Mubarak. Erst in den Morgenstunden beruhigte sich die Lage.

Auch in anderen ägyptischen Städten kam es zu Protestkundgebungen, so auch in Alexandria. Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor; diese stürmten daraufhin das Direktorat der Sicherheitsbehörden und bewarfen Einsatzfahrzeuge mit Molotow-Cocktails.