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Generalstreik legt öffentliches Leben in Portugal lahm

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Generalstreik legt öffentliches Leben in Portugal lahm

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Nichts geht mehr in Portugal: Aus Protest gegen das Sparprogramm der Regierung haben die Gewerkschaften am Donnerstag zu einem eintägigen Generalstreik aufgerufen – und diesem Aufruf sind viele gefolgt. Der öffentliche Verkehr stand weitgehend still, es gab weder Züge noch Busse. Neben den Arbeitsniederlegungen fanden landesweit mehr als 30 Kundgebungen statt.

Die Gewerkschaften sind zufrieden und loben vor allem die hohe Beteiligung. “Im ganzen Land beteiligen sich außergewöhnlich viele Menschen”, freut sich Manuel Carvalho da Silva von der Gewerkschaft CGTP-IN. “Wir haben sogar aus Privatunternehmen Signale für eine entsprechende Beteiligung bekommen und das ist wirklich notwendig.”

Betroffen sind auch Krankenhäuser, wo meist nur ein Notdienst aufrechterhalten wird, und Schulen. Die Bevölkerung sieht den Streik mit gemischten Gefühlen. “Die Arbeitnehmer haben das Recht, für ihre Anliegen zu streiken, aber sie könnten Probleme bekommen”, meint eine Passantin in Lissabon. “Und viele Bosse profitieren davon. Mir fällt auf, dass an den Haltestellen nur wenige Menschen sind.”

Postverteilung und Müllabfuhr kamen völlig zum Erliegen; auch an den Flughäfen stand alles still. In einer Woche soll das Parlament in Lissabon den Sparhaushalt verabschieden. Unter anderem sind Einsparungen bei Gesundheit und Renten vorgesehen, als Gegenleistung für das 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket von EU und IWF.