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Sacharow-Saal im Europaparlament eingeweiht

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Sacharow-Saal im Europaparlament eingeweiht

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Im Beisein zahlreicher Preisträger ist im Europaparlament in Brüssel der Sacharow-Saal eingeweiht worden. Die feierliche Eröffnung nahm Parlamentspräsident Jerzy Buzek vor. Zu den Gästen der anschließenden Menschenrechts-Konferenz zählten Aktivisten aus aller Welt. “Zur Zeit gibt es keine Demokratie in den arabischen Ländern”, sagte die algerische Journalistin und Schriftstellerin Salima Ghezali Euronews. “Doch der Kampf dafür reicht weit zurück. Seit kurzem erst steht er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.” Ghezali wurde 1997 mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des Europaparlaments ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1988 vergeben. Die Ehrung der diesjährigen Preisträger findet im Dezember statt. “Die Redefreiheit ist die wichtigste der Freiheiten und der Rechte”, so der chinesische Preisträger von 1996, Wei Jingsheng, der ebenfalls an der Konferenz in Brüssel teilnahm. “Dafür kämpft das Volk Chinas, das die Redefreiheit heute vor allem im Internet zu verwirklichen versucht. Genau diesen Raum aber kontrolliert die Regierung sehr streng. Der Kampf zwischen diesen beiden Parteien ist hart.” An der Konferenz in Brüssel nahmen auch Vertreterinnen der kubanischen Oppositionsgruppe Damas de Blanco – Damen in Weiß – teil. Die Menschenrechtsaktivistinnen waren 2005 mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet worden. “Die Auszeichnung hatte zur Folge, dass Europa auf die Damen in Weiß aufmerksam wurde”, sagte uns Reyes Castanon. “Die Menschen wollten uns kennenlernen, einige kamen wie zu einer Gratis-Vorstellung, andere solidarisierten sich mit uns. Wir forderten die Freilassung eines politischen Gefangenen, der krank war, und die Menschen kamen und ermutigten uns.” Im Sacharow-Saal des Europaparlaments sollen künftig vor allem Veranstaltungen zu Menschenrechtsfragen stattfinden.