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Marokkaner wählen neues Parlament

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Marokkaner wählen neues Parlament

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Die Marokkaner haben ein neues Parlament gewählt.

Gut dreißig Parteien nahmen an der vorgezogenen

Abstimmung teil.

Diese Wahl ist ein Ergebnis der Proteste, die es auch in Marokko gab – aber weitaus weniger heftig

und gewalttätig als sonst im arabischen Raum.

Die besten Chancen auf den Wahlsieg haben wohl die gemäßigten Islamisten von der PJD, der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung. Sie war bisher die

wichtigste Oppositionspartei.

Die neue Regierung werde bei ihrer Arbeit mehr Spielraum haben, sagt der Parteivorsitzende Abdelilah Benkiran; auch wenn der König Befugnisse

behalte, wie in der Verteidigung oder in Glaubensfragen.

Stärkster Gegner der PJD wird wohl das Bündnis für Demokratie – acht Parteien, die dem König und der jetzigen Regierung nahestehen oder an dieser auch beteiligt sind.

Für Modernität und Öffnung wirbt ihr Spitzenmann Salaheddin Mesuar, der derzeitige Finanzminister; das sei wichtig, damit das Land im Einklang mit den Realitäten in der heutigen Welt bleibe.

Meinungsumfragen zur Wahl waren in Marokko seit zwei Wochen verboten. Der Ausgang ist daher noch sehr ungewiss. Vor Sonnabend sind keine Ergebnisse zu erwarten.

Ungewiss ist auch, wie viele Marokkaner sich für diese Wahl interessiert und letztlich abgestimmt haben. Die meisten Parteien und ihre Vertreter entstammen noch den alten Verhältnissen, sind also

nicht unbedingt Revolutionäre.