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Wie blickt man aus Washington auf Europa?

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Wie blickt man aus Washington auf Europa?

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Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA stehen im Mittelpunkt des an diesem Montag in Washington stattfindenden Gipfeltreffens. Gastgeber ist US-Präsident Barack Obama, der dort die politischen Führer der EU empfängt. Doch blickt man aus Washington nicht mit größerem Interesse in Richtung China? “Wir wenden uns von Europa nicht ab”, versichert William E. Kennard, US-Botschafter bei der EU. “Wir konzentrieren uns stärker auf Asien, als wir es in der Vergangenheit getan haben und wir wünschen, Europa täte das auch. Es ist wichtig, dass wir die Beziehungen mit den aufstrebenden Mächten in Asien entwickeln. Wir wollen sie in das System globaler Führung einbinden, das Europa und die USA im vergangenen Jahrhundert geschaffen haben.” Beim Gipfeltreffen zwischen den USA und der EU in Washington wird es vor allem um die Finanzkrise gehen sowie um die Entwicklungen in Nahost und im Norden Afrikas. In den USA glaubt man, dass die Finanzkrise zu einem stärkeren Europa führen könnte. “Die Zeit, in der die Amerikaner Zweifel an der europäischen Integration hatten und in denen sie ein geeintes Europa als Konkurrenten fürchteten, sind vorbei”, meint Jan Techau, Leiter der Carnegie Stiftung in Europa. “Die USA wollen Stabilität in Europa, denn geht es abwärts, werden sie in Mitleidenschaft gezogen.” Was jedoch auf beiden Seiten des Atlantiks das größte Kopfzerbrechen bereitet, sind die Schuldenberge und Auswege aus der Krise.