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Arabische Liga bestraft Syrien mit Sanktionen

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Arabische Liga bestraft Syrien mit Sanktionen

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Die Arabische Liga bestraft Syrien mit Wirtschaftssanktionen. Das beschlossen die Außenminister bei einem Treffen in Kairo. Dabei geht es zum Beispiel um Reiseverbote für Regierungsvertreter und das Einfrieren ihrer Guthaben.

Dazu kommt ein Stopp arabischer Investitionen in Syrien. Auch der Handel soll eingeschränkt und der geschäftliche Verkehr mit der syrischen Zentralbank vorläufig beendet werden.

Damit reagiert die Liga auf die fortdauernde Gewalt, mit der die syrischen Machthaber gegen ihre

Gegner vorgehen. Neunzehn der zweiundzwanzig Mitglieder waren für die Sanktionen. Nicht gebilligt wurden die Sanktionen vom Libanon und dem Irak.

Seit einiger Zeit ist auch schon Syriens Mitgliedschaft in der Liga ausgesetzt. Ein Ultimatum der arabischen Länder war am Freitag verstrichen. Syrien weigert sich, Beobachter ins Land zu lassen. Diese sollen den Abzug von Soldaten aus den Städten überwachen und Menschenrechtsverletzungen dokumentieren.

Man wolle mit den Sanktionen eine Einmischung von

außen vermeiden, sagt Hamad bin Dschasim al-Thani, Katars Regierungschef und Außenminister. Wenn man aber der Weltgemeinschaft kein Ergebnis

vorweisen könne, dann lasse sich so eine Einmischung nicht ausschließen.

Syriens Regierung stellt ihre Gegner als Terroristen dar und betont, die meisten Opfer der Auseinandersetzungen seien Sicherheitskräfte gewesen. Nach ihren Angaben wurden bisher etwa zwölfhundert Menschen getötet, vor allem Soldaten und Polizisten.

Die “Freie Syrische Armee” der Überläufer wird der Regierung offenbar gefährlicher. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von einer steigenden Zahl an Todesopfern unter den

Sicherheitskräften. Allein im November starben demnach mehr als 120 Sicherheitskräfte. Überprüfen

lassen sich diese Angaben nicht.

Die UNO und die Regierungsgegner gehen dagegen von weit höheren Opferzahlen aus, die sich zudem auf Zivilisten konzentrieren. Demnach wurden seit Beginn der Proteste im März über

dreieinhalbtausend Menschen getötet. Mehr als vierzig Menschen kamen laut Opposition alleine wieder am Wochenende ums Leben, die meisten von

ihnen in der Protesthochburg Homs.