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Chaotische Wahl im Kongo

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Chaotische Wahl im Kongo

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Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Demokratischen Republik Kongo haben zwar friedlich begonnen, aber sie sind es nicht lang geblieben. In mehreren Landesteilen kam es trotz der Anwesenheit von Wahlbeobachtern zu Gewaltausbrüchen, so etwa in der Hauptstadt Kinshasa, wo ein Mitarbeiter der Wahlkommission versuchte, bereits ausgefüllte Stimmzettel in eine Wahlurne zu schmuggeln. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd konnte der Täter gestellt werden. “Dieser Mann hat eine ganze Ladung Stimmzettel für den Kandidaten Léon Kengo Wa Dondo mitgebracht”, berichtet der Menschenrechtsaktivist Bonniface Muamba. “Als er versuchte, die Stimmzettel in die Wahlurnen zu stopfen, haben wir ihn erwischt. Hinter all dem steckt die Wahkommission.”

In der Stadt Lubumbashi versuchten bewaffnete Unbekannte, einen Lastwagen und ein Wahllokal anzugreifen – dabei wurden mehrere Menschen getötet.

Von den 11 Präsidentschaftskandidaten hat Amtsinhaber Joseph Kabila die größten Chancen auf einen Sieg. Um die 500 Parlamentssitze bewerben sich rund 18.000 Kandidaten. Entsprechend umfangreich sind die Stimmzettel – und die Wahlurnen haben ungefähr die Größe einer Mülltonne.