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Von Blumen und Sonnen: Frauenbild der Salafistenpartei

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Von Blumen und Sonnen: Frauenbild der Salafistenpartei

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Beim arabischen Frühling Anfang des Jahres sind noch zahlreiche Ägypterinnen auf die Straße gegangen. Und doch sind unter den insgesamt 2.000 Kandidaten für die jetzige Parlamentswahl nur 300 Frauen vertreten. So sorgte die islamistische Salafistenpartei Al Noor mit der Darstellung ihrer Kandidatinnen für Erstaunen. Denn diese sind auf den Wahlplakaten als Blume oder Sonnenaufgang abgebildet und treten unter dem Namen ihres Ehemannes auf.

Der Wortführer der Salafistenpartei Mohammed Nour erklärt, Mannequins würden gar nicht erst gewählt. Ein Foto mit einer verschleierten Frau würde niemanden interessieren. Stattdessen sei es wichtig, eine qualifizierte Kandidatin zu haben und sich auf ihren Lebenslauf statt ihr Bild zu konzentrieren.

Manch ein Wähler mag sich fragen, ob Rose oder Sonnenaufgang tatsächlich für Lebenslauf und Qualifikation stehen.

Eine Frau in der Kairoer Innenstadt gibt zu bedenken: “Wenn wir gar nicht erst ihr Gesicht sehen, wie können wir dann für sie stimmen? Wie wird sie ihre Ansichten ausdrücken?”

Rana Jalal, das Gründungsmitglied von Al Noor erklärt, es interessiere sie gar nicht, an der Spitze der Liste zu stehen. Für sie wie für jede andere verschleierte Frau sei wichtig zu zeigen, sie wolle der Allgemeinheit dienen.

euronews-Korrespondentin Aissa Boukanoun in Kairo fragt: “Sind verschleierte Frauen, die unter dem Namen ihres Ehemannes für die Salafistenpartei antreten, tatsächlich fähig, die Interessen ihrer Wähler im Parlament zu verteidigen?”