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Aufstockung des Euro-Rettungsfonds fällt kleiner aus

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Aufstockung des Euro-Rettungsfonds fällt kleiner aus

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Gilt es, von der Einheitswährung Abschied zu nehmen? Während die Euro-Zone und die Europäische Union mit ihrer tiefsten Krise kämpfen, fehlt es nicht an Versicherungen der Spitzenpolitiker, dass es Auswege gibt. Die Hoffnungen liegen dabei vor allem in dem Rettungsfonds EFSF. Einen Monat nachdem seine Aufstockung beschlossen wurde, fehlt es jedoch an Investoren. Es wird nicht leicht sein, Investoren zu finden, die genügend Geld in den Rettungsfonds der Euro-Zone pumpen. Führt man sich außerdem vor Augen, dass nicht sehr viel Geld in der Kasse ist, sieht die Lage gar nicht gut aus, sollte ein größerer Euro-Staat vor der Pleite gerettet werden müssen. Zur Zeit hat der Rettungsfonds einen Umfang von 440 Milliarden Euro. Um auch Italien und Spanien schützen zu können, müsste er ein Volumen von etwa einer Billion Euro haben, ein Vielfaches aber, wenn es um den Schutz der gesamten Euro-Zone geht. Nun sieht es aber so aus, als fiele er einige Nummern kleiner aus. “Nur vor wenigen Wochen hieß es, dass der Rettungsfonds auf etwa zwei Billionen Euro gehebelt werden könne”, so Stephen Fidler vom Wall Street Journal. “Davon ist keine Rede mehr. Inzwischen geht es angeblich um eine Billion Euro. Doch selbst diese Summe ist nicht mehr sicher. Weil die EZB aber keine langfristige Unterstützung der Märkte signalisiert, ist Vertrauen verloren gegangen.” Das Vertrauen wiederzugewinnen, wird alles andere als leicht sein. Schon ist zu hören, dass der Rettungsfonds kaum Wirkung zeigen wird und dass andere Lösungen notwendig sind. “Meiner Meinung nach ist es an der Zeit, dass sich die Europäische Zentralbank massiv engagiert”, meint Carsten Brzeski von der Bank ING, “und zum bedingungslosen Kreditgeber der letzten Zuflucht wird. Notwendig ist auch, dass die Regierungen der verschuldeten Staaten die Sparmaßnahmen und Strukturreformen fortsetzen. Im Gegenzug steht ihnen die EZB als Kreditgeber der letzten Zuflucht zur Verfügung.” Deutschland lehnt diese Rolle der EZB entschieden ab. Doch was tut China? Wird sich die Regierung in Peking wie erwartet in großem Umfang am Rettungsfonds beteiligen? Dazu Brzeski: “China könnte gewillt sein, in die Euro-Zone zu investieren, doch das wird nicht ausreichen, um die Euro-Zone zu retten. Die Politiker der Euro-Zone hatten den Traum, dass China sie von ihren Sorgen erlösen würde. Nun sieht es aus, als erwachten sie daraus und sähen ein, dass Chinas Hilfe nicht ausreichen wird. Wir brauchen andere Lösungen zur Bekämpfung der aktuellen Krise.”