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Gutachter: Breivik leidet unter Psychose

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Gutachter: Breivik leidet unter Psychose

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Der Norweger Anders Behring Breivik ist nach Überzeugung von zwei Rechtspsychiatern “wegen paranoider Schizophrenie” nicht strafrechtlich zurechnungsfähig. Dies gaben Sprecher der Staatsanwaltschaft nach dem Einreichen des Gutachtens in Oslo bekannt.

Der zuständige Staatsanwalt Svein Holden erklärte:

“Die Ärzte sind zu dem Schluss gekommen, dass Breivik unter einer paranoiden Schizophrenie leidet, die sich über Jahre hinweg verschlimmerte und die ihn zu der Person machte, die er heute ist.”

Staatsanwältin Inga Bejer Engh sagte, dass ein Täter bei Unzurechnungsfähigkeit nicht zu Haft verurteilt werde, sondern in eine geschlossene, psychiatrische Klinik komme, möglicherweise lebenslang.

Die endgültige Entscheidung über die Zurechnungsfähigkeit trifft das zuständige Gericht.

Breivik hatte am 22. Juli zuerst eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und danach ein Massaker auf der Insel Utöya verübt.

Als Grund gab er an, er wolle Norwegen vor einer Überfremdung durch die Ausländer im Land retten. Nach Angaben der Psychiater plante Breivik Reservate als Zuchtzentren für reinrassige Norweger. Sich selbst sah er als den nächsten Herrscher Norwegens und als edlen Ritter.

Breivik tötete im Juli bei dem Bombenanschlag und dem Massaker 77 Menschen. Bis Ende des Jahres wird nun – entsprechend der üblichen Prozedur – eine Fachkommission das Gutachten überprüfen.