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Kongo - Wählen als Kraftakt


Republik Kongo

Kongo - Wählen als Kraftakt

Durcheinander, Einschüchterung, mitunter das reine Chaos – die erste selbstorganisierte Wahl im Kongo seit dem Kriegsende vor acht Jahren wird jetzt ausgewertet.

Die befürchteten schweren Gewaltausbrüche blieben zwar aus – doch drei Maskierte überfielen im Süden ein Wahlbüro und wurden von Sicherheitsleuten getötet.

Drei Wahlbüros gingen in Flammen auf. Da und dort protestierten Enttäuschte gewaltsam gegen möglichen Wahlbetrug.

Selbst Etienne Tshisekedi, der wichtigste Herausforderer des bisherigen und vermutlich auch künftigen Präsidenten Joseph Kabila, konnte erst im zweiten Anlauf seine Stimme abgeben – im ersten Wahlbüro hatte ihn Polizei abgehalten.

Ein Wähler in Kinshasa:

“Das ist ein einziger Wahlbetrug. Diese Wahl ist völlig unglaubwürdig.”

Die Wahlkommission ist froh, dass alles wenigstens soweit geklappt hat. Wenn von 63 000 Wahlbüros 1000 Probleme machen, kriegen wir das hin, so Matthieu Mpita, Sprecher der Wahlkommission.

John Stremlau, Wahlbeobachter von der US-Organisation Carter Center:

“Wir hoffen, das Land kommt damit klar, wir hoffen, dass alles ruhig bleibt und dass die Kandidaten das Ergebnis akzeptieren.”

Rund 32 Millionen Menschen waren aufgerufen, aus 18 000 Kandidaten einen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen – eine riesige logistische Herausforderung in dem Land von der Größe Westeuropas. Ein Drittel der Kongolesen kann nicht lesen und schreiben, weite Landesteile sind von unwegsamem Dschungel bedeckt. Die Demokratische Republik Kongo gilt trotz ihrer reichen Bodenschätze als einer der ärmsten Staaten der Welt.

Das Ergebnis der Abstimmung soll am 6. Dezember veröffentlicht werden.

mit Reuters, AP, dpa

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