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Russen, die selbst anpacken, um etwas zu verändern

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Russen, die selbst anpacken, um etwas zu verändern

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Man hat sich im Westen daran gewöhnt, dass aus Russland zumeist schlechte Nachrichten kommen. Von Korruption, bis zur höchsten Selbstmordrate der Welt. Und doch gibt es auch andere Russen, solche wie Georgi. Ein 30jähriger Unternehmer.

Er meint, es gäbe immer eine Möglichkeit, das Leben besser zu machen. In diesem Sinne versteht er auch sein Geschäft – seine Firma mit 30 Angestellten bringt die digetale Fernseh- und Kommunikationstechnik in Moskauer Wohnungen.

Aufgeben wegen der bürokratischen Hürden?

“ Nein, niemals”, meint Georgi. Die Verbindungen, die er herstellt, bringen den Leuten Informationen ins Haus. “Die Leute kommen so heraus aus der Enge ihrer vier Wände. Darum ist für sie das Angebot meiner Firma für sie die Möglichkeit, ihren Blickwinkel zu erweitern.”

Elisaveta Glinka ist besser bekannt als “Doktor Lisa”. Und das vor allem bei den Obdachlosen, den Armen und Kranken, denen sie hilft. 2007 hat sie ihre Organisation “Hilfe und Gerechtigkeit” gegründet. “ Angefangen habe ich, 30 Obdachlosen zu essen zu geben”, erzählt sie. “Am nächsten Tag kamen schon 133…Wir haben zusammen den Papierkram erledigt und den Kranken ein Platz in der Klinik verschafft. Wir haben erste Hilfe organisiert und auch Langzeitversorgung. Wir helfen den Familien der Armen und verteilen an jedem Mittwoch Lebensmittel für 300 Menschen.”

Die Spezialistin für Reanimation und Palliativ-Medizin war in den 80er Jahren in die USA ausgewandert – und 20 Jahre später zurück gekommen. Ihre Stiftung machte u.a. durch Spendensammlungen via Internet für Unfallopfer auf sich aufmerksam. Sie resümiert: “Es gibt viele Stiftungen die die Lücken schließen, die der Staat lässt, vor allem bei Hilfe für Kinder. Wenn man wie wir Hilfe für Erwachsene geben will, für Obdachlose, dann stößt man an viel Bürokratie.”

Marina ist die Erfinderin der rosa Giraffe. Die Mutter von drei Kindern stellte fest, dass es zuwenig gute Kinderbücher gibt – also ergriff sie selbst die Initiative. Der von ihr mitbegründet Verlag feiert im Dezember sein fünfjähriges Bestehen. Sie erzählt, wie sie erst einmal lernen musste, wie das Verlagsgeschäft funktioniert. Dann aber wurden ihre ersten Bücher auf Anhieb Bestzeller. Der neue Kinderbuchverlag hat seine Marktlücke gefunden.

Marina sagt:” Wir packen unsere Seele in jedes neue Buch. Wir hoffen, dass die Leute, die das lesen, darüber nachdenken, was man tun kann, damit das Land besser wird.”

Hoffnung auf die Zukunft kann in Russland heute ganz unterschiedlich aussehen – je nachdem, ob einer in politische Strukturen eingebunden ist oder sich ganz privat zu engagieren versucht.