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Was macht der britische Staat mit dem Geld aus der Rentenkasse?

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Was macht der britische Staat mit dem Geld aus der Rentenkasse?

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Länger arbeiten, mehr einzahlen in die Rentenkassen und doch am Ende eine kleinere Rente bekommen. So sehen die Beschäftigten im britischen öffentlichen Dienst ihre Zukunft.

Dagegen streiken sie. Am heftigsten trifft es das Gesundheits- und das Bildungswesen. Folglich wird auch am University College London gestreikt.

Der Geschichtswissenschaftler Simon Renton begründet das mit der traurigen Erkenntnis, dass das von ihnen erarbeitete Geld weg ist. Man könne fast von Diebstahl sprechen. Und das alles sei Teil umfangreicher Aktionen der gegenwärtigen Regierung, die die finanziellen Grundlagen für den öffentlichen Dienst immer mehr reduziere.

Entsprechend lebhaft ging es auch im Parlament zu, als Premierminister David Cammeron seine Reformen als gerecht zu verteidigen versuchte.

Hier ein Ausschnitt aus seiner Rede: “Ein Lehrer, dessen letzten Gehalt bei 37.000 Pfund pro Jahr liegt, bekommt jetzt 19.000 Pfund Rente. Die wird auf 25.000 Pfund steigen. Es kommen Änderungen und ich sage, die werden fair sein. Das Rentenniveau im öffentlichen Dienst wird nicht gesenkt. Wir meinen, die Renten sollten großzügig ausfallen. Aber die Leute leben heute länger und da ist es nur fair, wenn sie auch mehr einzahlen.”

So einfach, wie der Premierminister es vorrechnet, kann es nach Meinung der Gewerkschaften nicht gehen. Der Gewerkschaftsführer für den öffentlichen Dienst, Dave Prentis, sieht das Problem vor allem

in den steigenden Beiträgen. “Krankenschwestern, Gemeindearbeiter, die Frauen in den Schulkantinen, sie alle sollen 50 % mehr an Rentenbeiträgen zahlen, das entspricht einem Reallohnverlust von drei Prozent. Aber nichts von diesem Geld fließt wirklich in die Rentenkassen. Jeder einzelne Penny – insgesamt drei Milliarden Pfund – wird aus der Rentenkasse genommen und dazu verwendet, die Defizite, die Fehler im Bankensystem auszugleichen.”

Die Rentenreform ist nur ein Element des Sparprogrammes der konservativ-liberalen Regierung.

Sie will damit das Haushaltsdefizit ausgleichen, , das inzwischen bei 11 % des BIP liegt.

Zum Vergleich: im europäischen Stabilitätspakt sind höchstens 3 % erlaubt.