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Griechen im Ausstand - "die Menschen zerfallen förmlich"

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Griechen im Ausstand - "die Menschen zerfallen förmlich"

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“Great Depression” – große Depression –  nennen die Amerikaner ihre bisher schwerste Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren – und was Griechenland zur Zeit heimsucht, ist vergleichbar. Mit einem ausgedehnten Streik wollen die Griechen ihre neue Regierung dazu bringen, etwas zu tun für die 30 000 Staatsbedienstete, die entlassen werden sollen und gegen Lohnkürzungen. Aber was ?
 
Der Handlungspielraum ist gleich Null.
 
Von acht Milliarden Euro Hilfsgeldern, die nach Monaten harter Diskussionen jetzt freigegeben wurden, kommen nicht mal zwei in Griechenland an. Der Rest geht als Schuldendienst an die Gläubiger.
 
Selbst Gewerkschafter sind wie gelähmt.
 
 
Ilias Iliopoulos, Gewerkschaft ADEDY (öffentlicher Dienst):
 
“Die Maßnahmen sollen die finanzielle Lage verbessern. Aber das Land versinkt immer tiefer in Schulden, die Arbeitslosigkeit steigt, und die Rezession – beispiellos in der jüngeren Vergangenheit – ist schlimmer als irgendwo sonst in Europa. Die Menschen zerfallen förmlich. Unsere Kinder müssen auswandern, um Arbeit zu bekommen. Nichts passiert, um die Wirtschaft in Richtung Produktivität zu lenken.”
 
 
Und die Einschläge sind überall:  

So manche Rente kam nicht rechtzeitig an. Der Grund: In den Rentenkassen fehlen 4,5 Milliarden Euro, 2012 könnten mehrere Kassen zusammenbrechen. Und die Ratingagentur Moody’s sieht eine Verstaatlichungswelle auf den Bankensektor zurollen.
 
Immerhin: Die Fluglotsen bestreiken den Streik -  um wenigstens den Tourismus zu retten.
 
 
 
mit Reuters, AFP, AP, dpa