Eilmeldung

Eilmeldung

Schlechte Zeiten für Christen in Ägypten

Sie lesen gerade:

Schlechte Zeiten für Christen in Ägypten

Schriftgrösse Aa Aa

Bei der ersten Parlamentswahl in Ägypten nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Es wird davon ausgegangen, dass sich die radikalen, islamistischen Parteien durchsetzen.

Die besten Chancen werden der Muslimbruderschaft mit ihrer sogenannten “Partei der Freiheit und Gerechtigkeit” eingeräumt. Sie kommen nach inoffiziellen Angaben auf mehr als 40 Prozent der Stimmen.

Auf dem zweiten Platz landet demnach die radikal-islamistische, salafistische “Partei des Lichts”. Sie steht für eine Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, und will für die Christen im Land strenge Regeln und Einschränkungen einführen.

Es wird geschätzt, dass 100.000 Christen seit Mubaraks Ende Ägypten verlassen haben. Bei dem wahrscheinlichen Sieg der Islamisten wird mit einem weiteren Exodus gerechnet.

Seit der “Revolution des 25. Januar” habe die Diskriminierung zugenommen, berichten ägyptische Christen. Am 9. Oktober starben 28 Menschen, als bewaffnete Zivilisten und Soldaten vor dem Fernsehgebäude in Kairo auf christliche Demonstranten losgingen. Knapp sechs Wochen später wurde erneut eine Christen-Demo attackiert. 29 Kopten wurden dabei verletzt.

Viele koptische Intellektuelle, die Angst haben, dass die Islamisten nach der Parlamentswahl die Scharia einführen könnten, tragen sich inzwischen mit Auswanderungsgedanken.

Die von linken und liberalen Parteien gebildete Ägyptische Allianz liegt in den meisten Bezirken auf dem dritten Platz.

In den kommenden Wochen soll in den noch ausstehenden 18 Provinzen gewählt werden. Die genaue Verteilung der 498 Sitze wird am 13. Januar bekanntgegeben.