Eilmeldung

Eilmeldung

Islamisten vorn - Demokratie in Gefahr?

Sie lesen gerade:

Islamisten vorn - Demokratie in Gefahr?

Schriftgrösse Aa Aa

Die erste Runde der Parlamentswahlen in Ägypten ist abgeschlossen: 62% der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Nun bereiten sich 18 weitere Provinzen auf den Urnengang im Mitte Dezember und Anfang Januar vor.

Das starke Abschneiden der islamistischen Kräfte in Kairo, Alexandria und sieben weiteren Provinzen nähren die Besorgnis, die Ziele der Revolution könnten nach einem Sieg der islamistischen Kräfte im Sande verlaufen.

Der Vizevorsitzende der Muslimbruderschaft fordert die Ägypter zur Konsequenz auf:

“Wie schon unter Mubarak scheinen sich die Menschen vor der Demokratie zu fürchten. Jeder muss verstehen, dass Demokratie einen nationalen Konsens, einen Dialog erfordert – ohne den Austausch heftiger Anschuldigungen, die jeder Grundlage entbehren.”

Die Muslimbruderschaft konnte nach inoffiziellen Angaben mehr als 40 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Gleich darauf folge mit 20 Prozent die radikalislamistische Nur-Partei der Salafisten.

Die Jugendbewegung, die derzeit die pro-demokratischen Proteste auf dem Tahrir-Platz anführt, spielte bei der Wahl kaum eine Rolle.

Unterdessen hat der neu ernannte Ministerpräsident Kamal al Gansuri eine neue Übergangsregierung gebildet. Zehn der 32 ernannten Minister waren bereits Mitglieder des vorherigen Kabinetts.