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"Rettet Italien" - Monti gibt sich als Churchill

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"Rettet Italien" - Monti gibt sich als Churchill

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“Rettet Italien” – mit diesem Schlachtruf verlangt Monti die Zustimmung seiner Landsleute zu den neuesten Sparvorschlägen. Es ist ein “Blut, Schweiß und Tränen”-Konzept, dass der Bevölkerung auf Churchill’sche Weise den Ernst der Lage klarmachen soll. Die Italiener seien selbst schuld an ihrer Lage, jetzt müssten sie die Suppe auch wieder auslöffeln, so Monti.

So ist künftig Schmalhans Italiens Küchenmeister:

Eine Immobiliensteuer gehört zu den Maßnahmen, eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, die Mehrwertsteuer steigt um zwei Punkte, und Steuerschlupflöcher sollen rigoros gestopft werden.

Erste Reaktionen der EU-Kommission fielen positiv aus, und auch an den Kapitalmärkten beruhigte sich die Lage etwas. Ob aber Monti auch die erhoffte breite gesellschaftliche Unterstützung für sein Sparprogramm bekommt, ist zweifelhaft.

Viele Bürger empfinden die Maßnahmen als ungerecht. Selbst die Bischofskonferenz äußerte ihr Unbehagen. Die Gewerkschaften sind nicht bereit, Monti Pläne widerspruchslos hinzunehmen. Die Krise sei nicht nach akademischen Prinzipien zu lösen, sondern müsse die Auswirkungen auf das Alltagsleben der Menschen berücksichtigen, meinte ein Arbeitnehmervertreter.

Das Reformpaket treffe vornehmlich und hart den unteren Mittelstand, so Demonstranten in Rom. Und

auch die politische Linke, die Monti unterstützt, ist unzufrieden. Zu wenig wiegen ihr die Kürzungen im Öffentlichen Dienst und die Besteuerung von Luxusgütern gegenüber den geforderten Opfern auf der anderen Seite, zu geringfügig die wachstumsfördernden Maßnahmen.