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Welche Chancen bekommt das Klima in Durban?

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Welche Chancen bekommt das Klima in Durban?

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Die Treibhausgase, die im vergangenen Jahr in die Atmosphäre gelangten, erreichten erneut Rekordwerte – allein der Kohlendioxid-Ausstoß stieg im Vergleich zu 2009 um sechs Prozent. Für einen großen Teil sind China und Indien verantwortlich. Keines der beiden aufstrebenden Industrieländer unterzeichnete das Kyoto-Protokoll. Beim Klima-Gipfel der Vereinten Nationen im südafrikanischen Durban geht es um ein Folgeabkommen dieses Vertrags. Doch selbst die UN haben Zweifel an einem Erfolg. “Es muss ein politisches Gleichgewicht zwischen der Führung der Industriestaaten und einer größeren Verantwortung gefunden werden, die alle Unterzeichner übernehmen”, sagt Christina Figueres, Direktorin beim UNFCCC. Denn im Gegensatz zur Europäischen Union haben Russland, Japan und Kanada kein großes Interesse an einem Folgeabkommen. Sie fordern die Selbstverpflichtung aufstrebender Länder und ein neues globales Abkommen. China, Indien und Brasilien aber sind der Ansicht, dass für die Kosten vor allem jene aufkommen müssen, die größere Verantwortung haben. Vicente Yu vom South Center Programme meint: “Es geht dabei um historische Verantwortungen. Die Hauptverursacher des Problems müssen sich mehr als andere um seine Lösung bemühen. Ein Teil der Lösung liegt in der Hilfe für Entwicklungsländer, damit diese ebenfalls mehr tun können.”

Weil die USA der weltweit zweitgrösste Verschmutzer sind, sich einem internationalen Abkommen aber verweigern, ist es umso schwerer, einen Konsens zu finden. Auch wird es schwierig, die Finanzierung des Grünen Klimafonds zu sichern: Ab 2020 sind jährlich 100 Milliarden Dollar notwendig, um in unterentwickelten Ländern die Folgen des Klimawandels einzudämmen. “Die Industriestaaten sind für 70 Prozent der Schadstoffe in der Atmosphäre seit Beginn des Industriezeitalters verantwortlich. Sie sollten 70 Prozent der Rechnung bezahlen”, meint Alfredo Sirkis, Mitglied des brasilianischen Parlaments. Investitionen in erneuerbare Energien ist einer der Wege, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Sollte sie aber um mehr als zwei Grad steigen, hätte das nach Einschätzung von Wissenschaftlern katastrophale Folgen. Die EU will in Durban vor allem für eine grüne Wirtschaft werben. Jim Watson, Professor an der University of Sussex, sagt: “Alles was Regierungen tun, um die Wirtschaft anzukurbeln, um den Bankensektor zu verbessern, sollte im Zeichen dessen stehen, wie mehr in eine grüne Wirtschaft investiert werden könnte. Es geht um den Wechsel von fossilen Energieträgern zu erneuerbarer Energie und anderen Grundlagen. Ohnehin sind große Ausgaben notwendig, um aus diesem Schlamassel herauszukommen. Wichtig ist, dass diese Gelder grünen, ökologischen Zwecken dienen.” Die Zwei-Grad-Grenze war im vergangenen Jahr im mexikanischen Cancun vereinbart worden. Sie soll 2050 erreicht werden.