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Harte Zeiten für die grüne Insel

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Harte Zeiten für die grüne Insel

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Die irische Regierung will ihren Sparkurs verschärfen. Das Problem: die grüne Insel gibt derzeit 16 Millarden Euro mehr aus, als über Steuern hineinkommen.

Mit rigorosen Kürzungen in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Bildung und im öffentlichen Dienst sollen im kommenden Jahr 3,8 Milliarden Euro eingespart werden.

Ministerpräsident Enda Kenny hat seine Landsleute gewarnt, dass sie sich auf magere Jahre einstellen müssen: “Ich würde Ihnen gerne sagen, dass das neue Budget sich nicht auf das Leben der Bürger auswirken wird, doch das kann ich nicht. Es ist uns nicht leicht gefallen, doch wir werden auch in wichtige Projekte investieren, wie das Nationale Kinderkrankenhaus, Schulgebäude und Gesundheitszentren.”

Einst wurde der “keltische Tiger” für sein Wachstumsmodell gefeiert, doch dann ist die Blase geplatzt. Viele Iren hatten damals günstige Kredite bekommen, heute sitzen sie auf einem Schuldenberg. Ein Hausbesitzer klagt: “Die Menschen durchleben harte Zeiten. Wie viele Iren haben auch meine Frau und ich ein Haus gekauft. Jetzt ist der Wert der Immobilien gefallen und unsere Hypothekenschuld gestiegen, wir zahlen mehr Geld, als wir sollten. Die Immobilienpreise wurden künstlich aufgeblasen.”

Eine Passantin meinte: “Die Sparmaßnahmen haben uns hart getroffen, es war sehr dramatisch und drastisch. Noch vor ein paar Jahren ging es uns gut. Während der 15 Boom-Jahre ist die Wirtschaft gediehen. Doch dann kam der komplette wirtschaftliche Kollaps.”

Eine Studentin hingegen gibt sich zuversichtlich: “Ich glaube, dass wir uns bald nicht mehr so abrackern müssen. Es wird besser und hoffentlich wird die Krise ausgestanden sein, wenn ich mit meinem Studium fertig bin.”

Die Opposition kritisierte den neuen Haushaltsplan, die Kürzungen würden diejenigen mit den

niedrigsten Gehältern treffen.