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Putin-Kritiker kommen ins Gefängnis

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Putin-Kritiker kommen ins Gefängnis

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Nach der Festnahme Hunderter Demonstranten haben russische Oppositionelle schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben.

Kremlkritiker Boris Nemzow erklärte, den Festgenommenen würde das Recht auf einen Anwalt vorenthalten.

Auch der bekannte Putin-Kritiker und Blogger Alexej Nowalny ist im Gefängnis. Sein Anwalt Vadim Kobsew sagt, was momentan in Russland geschehe, verstoße gegen die Gesetze.

Kobsew klagte: “Gestern abend haben sie Alexej Nowalny festgenommen. Er hat das Recht, von diesem Moment an von mir, seinem Anwalt, begleitet zu werden. Obwohl ich sofort zur Stelle war, habe ich ihn bis jetzt noch nicht besuchen dürfen.”

Alexej Nowalny hatte vor seiner Festnahme bei der Kundgebung in Moskau, bei der mehr als 6000 Menschen gegen die von Fälschungsvorwürfen überschattete Parlamentswahl protestierten, Regierungschef Wladimir Putin kritisiert: “Putin hat nichts bewirkt”, hatte Nowalny gesagt. “Er hat nichts getan. Keine Reformen, gar nichts, und gegen Korruption hat er auch nichts getan.”

In Sankt Petersburg wurden bei Protesten mindestens 150 Regierungsgegner

festgenommen. Auch sie hatten ein “Russland ohne Putin” gefordert.

Friedensnobelpreisträger und Ex-Kremlchef Michail Gorbatschow forderte derweil eine stärkere Einbindung des Volkes in die Politik. “Wir müssen das politische System und die politische Ordnung ändern”, sagte der 80-Jährige dem Radiosender “Echo Moskwy”. Das System müsse so abgeändert werden, dass es die Bürger in die Entscheidungsfindung einbeziehe, sagte Gorbatschow.