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Ratingagenturen vor EU-Gipfel: Spielt zusammen. Sonst Abpfiff.

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Ratingagenturen vor EU-Gipfel: Spielt zusammen. Sonst Abpfiff.

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So sieht es aus, wenn eine Kreditauskunftei Große Politik macht: Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat auf einen Schlag die Kreditwürdigkeit von 15 Staaten der Eurozone unter verschärfte Beobachtung gestellt.
 
Warum? Und warum jetzt? Vier wirtschaftliche Begründungen nennt S&P - Kreditrisiken und enge Kreditmärkte, Verschuldung und Rezessionsrisiken.
 
 
Das ist das traditionelle Geschäft der Ratingagenturen. Meint auch Frankreichs Finanzminister François Baroin:
 
“Die Ankündigung der verschärften Beobachtung der Euro-Zone berücksichtigt noch nicht die jüngsten deutsch-französischen Vorschläge. Das macht diese Woche so wichtig. Von der Qualität und der Kraft der Vereinbarungen beim EU-Gipfel am Freitag hängt ab, wie sich die Ratings für Frankreich und für die anderen entwickeln.”
 
 
Ganz genau darauf zielt Standard & Poor’s in Begründung Nummer fünf für die drohende Abstufung von Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Finnland und Luxemburg:
 
“Fortgesetzte Uneinigkeit unter den europäischen Politikern, wie die akute Krise zu bewältigen sei und langfristig die Konvergenz der Eurozone.”
 
Botschaft angekommen: “Wir werden
die Währungsunion grundlegend umbauen,” so Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel. Und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble bringt es auf den Punkt: Das drohende Rating-Debakel sei für ihn eine Ermutigung und die bestmögliche
Motivation für den EU-Gipfel.
 
 
Vor gut einer Woche hatte die Ratingagentur Moody´s der gesamten Eurozone mit einer Abstufung gedroht.
 
 
 
mit Reuters, dpa