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S&P für europäischen Länderfinanzausgleich

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S&P für europäischen Länderfinanzausgleich

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Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Europa könne die massive Abwertung seiner Kreditwürdigkeit noch abwenden – so die US-Ratingagentur Standard & Poor’s. Der EU-Gipfel am Freitag sei entscheidend, so Frank Gil, Chef der Europa-Abteilung, etwa ein Schwenk in Richtung einer Art Finanzausgleich oder gemeinsamer Haushaltsführung. Der deutsch-französische Plan einer haushaltspolitischen Integration sei “vielversprechend”.

Zuvor hatte die Kreditauskunftei auf einen Schlag 15 Staaten der Eurozone und damit auch dem Rettungsschirm EFSF mit schlechteren Noten gedroht – ähnlich wie die Kollegen von Moody’s vor gut einer Woche.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble nimmt es nicht persönlich:

“Die Warnung von Standard & Poor’s ist ja nicht auf die realökonomischen Daten in den Triple-A-Ländern gegründet, sondern auf die Verunsicherung der Finanzmärkten über die Entwicklung der Euro-Zone als Ganzes. Insofern nehmen wir diese Einschätzung als eine zusätzliche Bestätigung, dass wir alles daran setzen, um am 9. Dezember ein gutes Ergebnis zustandezubringen.”

Ob sie bei Standard & Poor’s jetzt eine passende internationale Version des unübersetzbaren “Länderfinanzausgleichs” gefunden haben, nämlich “fiscal transfer” ? Die deutsche Verfechterin der eigenverantwortlichen Finanzen hält sich bedeckt.

“Was eine Ratingagentur macht,” so Kanzlerin Angela Merkel, “das ist in der Verantwortung der Ratingagentur”.

mit Reuters, dpa, AP