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Standard & Poor's: Rundumschlag gegen den Euroraum

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Standard & Poor's: Rundumschlag gegen den Euroraum

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Rot oder grün für die Eurozone? Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s jedenfalls sieht die Zukunft des Euroraums pessimistisch und droht den sechs kreditwürdigsten Euro-Ländern mit der Herabstufung ihrer Bonität. Betroffen sind Österreich, die Niederlande, Luxemburg, Finnland, Frankreich und auch Deutschland, das bislang als Fels in der Brandung galt. Als Begründung hieß es, die Eurozone stehe mittlerweile als Ganzes unter Druck und die Politik lasse die nötige Entschlossenheit vermissen. Frankreichs Finanzminister Francois Baroin ist besorgt. “Wir haben ein Vertrauensproblem”, sagte er im französischen Fernsehen. “Europa muss Vertrauen zurückgewinnen, wir müssen das Band zwischen Anlegern außerhalb der Eurozone und dem Euroraum neu knüpfen und dafür müssen wir die wirtschaftlichen Kontrollmechanismen verändern.”

Nur wenige Stunden vor der Ankündigung von Standard & Poor’s hatten die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankeichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine gemeinsame Strategie zur Bewältigung der Schuldenkrise präsentiert. Vor allem drängen sie auf eine Verschärfung der Haushaltskontrolle und wollen beim Gipfel in dieser Woche klären, ob alle 27 EU-Staaten oder nur die 17 Euroländer eine solche Reform mittragen. Den vieldiskutierten Eurobonds erteilten beide eine klare Absage. Sarkozy meinte wörtlich, es sei eine “seltsame Idee”, Schulden vergemeinschaften zu wollen, schließlich müssten Deutschland und Frankreich für die Schulden anderer Länder eintreten, ohne zu wissen, wie diese überhaupt zustandegekommen seien.