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EU-Gipfel: Große Hoffnungen und großer Druck

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EU-Gipfel: Große Hoffnungen und großer Druck

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Vor dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel in Brüssel wächst die Nervosität. Ein wichtiges Thema ist der ständige Euro-Rettungsschirm, der eigentlich erst für 2013 vorgesehen war, nun jedoch vorgezogen werden könnte.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen zudem eine Änderung der EU-Verträge, damit die EU mehr Kontrolle über die nationalen Budgets erhält – ein umstrittener Vorschlag, den US-Finanzminister Timothy Geithner bei seinem Besuch in Berlin allerdings begrüßte. Es sei wichtig, dass der deutsch-französische Vorschlag Erfolg habe, sagte er. Weniger begeistert ist der britische Premierminister David Cameron. “Für Großbritannien ist es wichtig, dass die Probleme der Eurozone gelöst werden”, erklärte er, “denn diese haben negative Auswirkungen auf die britische Wirtschaft. Wenn es aber um eine Änderung der EU-Verträge geht, werde ich auf der Wahrung der britischen Interessen bestehen und kein Papier unterzeichnen, das diese Interessen nicht ausreichend schützt.”

Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s, die angekündigt hatte, quasi die gesamte Eurozone unter Beobachtung zu stellen und möglicherweise abzuwerten, setzt große Hoffnungen auf den Gipfel. Dieser sei eine Chance, die Krise doch noch in den Griff zu bekommen, hieß es aus der Agentur. Die Börsen blieben bei all dem relativ gelassen. Zwar trübte sich die Stimmung ein, aber Kursstürze blieben aus.