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Heulen in Athen

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Heulen in Athen

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Wenigstens die Sonne scheint noch – gratis.

Ansonsten verfinstern Steuererhöhungen, Privatisierungen und rigorose Einsparungsmaßnahmen viele Gemüter im überschuldeten Griechenland. Dass sie kommen, ist jetzt sicher – das griechische Parlament hat den Haushalt 2012 mit großer Mehrheit gebilligt.

Dem Staatsangestellten Panagiotis Kalaitzidis wurde das Gehalt gekürzt:

“Ich sehe nichts Gutes und glaube kein Wort mehr. Das sind doch alles Märchen. Ich bin komplett enttäuscht.”

Ein anderer Athener sagt:

“Alles geht den Bach runter, weil die Leute kein Geld haben. Nichts in der Tasche. Und ohne Moos nichts los, da macht alles zu. Die Leute brauchen Geld und das muss von einem zum anderen wandern.”

Die griechische Wirtschaft steckt tief in der Rezession und wird nach Prognosen 2012 um knapp 3 Prozent schrumpfen.

Athen hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, nach einem freiwilligen Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent für griechische Staatsanleihen im kommenden Jahr keine neuen Schulden mehr zu machen – Zinszahlungen für frühere Kredite nicht gerechnet.

Gejammer kann Ministerpräsident Lucas Papademos allmählich nicht mehr hören. “können wir uns gar nicht leisten”, sagte er im Parlament.

Es sei nicht die “Troika” aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, die hier die Aufsicht habe, so Papademos in einer emotionalen Rede, “sondern die Geschichte”.

mit AP, dpa